“Die Eigentümergemeinschaft ist eigentlich ganz nett”, sagte der Makler, nachdem er die Tür zu dem anheimelnden Wohnkomplex mit dem herben Charme der ausgehenden 70er-Jahre aufgeschlossen hatte. Noch ein missbilligender Blick auf unseren Kinderwagen und die Gardine am Fenster unserer zukünftigen Nachbarin wurde zugezogen.

“Wenn man sie näher kennt”, schob der Makler nach und forderte uns auf, die Fußmatte zu benutzen, bevor wir das Allerheiligste betraten.

“Die Größe des Kinderzimmers wurde nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen exakt dem Bedarf von Kindern angepasst”, kommentierte der Makler den spitzen Schrei des Entzückens meiner Frau, die gerade den begehbaren Schrank entdeckt hatte.

“Ein wahres Wunder der Raumaufteilung”, schmeichelte der Makler beim Öffnen der Nasszelle, die im Erstentwurf des Architekten vermutlich noch nicht vorgesehen war.

“Im Sommer ist es schön bunt hier”, mit sichtbarem Stolz präsentierte uns der Makler einer Art Terrasse, die mit einem Resopalstuhl und ein paar Blumenkästen mit verwelkten Hortensien im Nieselregen glänzte. Ohne den Stuhl hätte hier ein Einweggrill prima Platz.

“Im Schlafzimmer verbringt man seine Zeit ohnehin im Liegen”, raunte der Makler wissend, als meine Frau den Notfallkoffer aus dem Auto holte, um die Erstversorgung meiner Platzwunde vorzunehmen, die ich mir an der Dachschräge zugezogen hatte.

“Ach ja, die Flurwoche nicht vergessen. Und die Bankverbindung für meine Provision steht auf der Karte”, rief der Makler uns hinterher, als wir in olympiaverdächtigem Tempo die Treppenstufen nahmen.

Die Eigentumswohnung haben wir jetzt erst mal nach hinten gestellt. Dann doch lieber Miete zahlen und einen Garten kaufen.