Ein Umzug mit Hindernissen

Ein Umzug mit Haustieren ist eine lustige Sache

Wenn man in der Straßenbahn ein wenig auf die Gespräche der Menschen hört, bekommt man so manche lustige Sache zu hören. Da war zum Beispiel ein Mann, der erzählte von seinem letzten Umzug. Erst hatte er versehentlich den Auftrag an zwei Speditionen erteilt. Das konnte er klären, weil es ein Tausch war und sein Tauschpartner noch auf der Suche nach einem Umzugsunternehmen war.

Dann muss es beim Packen und Zerlegen der Möbel ein ziemliches Chaos gegeben haben. Die Leute rundherum haben herzlich gelacht, als er so richtig schön bildhaft beschrieben hat, wie sie tagelang über die Kisten und Brettern haben klettern müssen. Irgendjemand muss wohl auch nicht richtig auf den Kalender geguckt haben, denn das Telefon wurde eine Woche vor dem geplanten Termin schon abgeschaltet. Hm, man sollte sich eben doch eine Checkliste für den Umzug machen, wenn nichts schiefgehen soll.

Aber am amüsantesten war wohl der Umzugstag selbst. Als die Möbelpacker mit dem LKW weg waren, war plötzlich auch seine Katze verschwunden. Sie haben sie stundenlang gesucht und vermutet, dass sie sich in einem der Körbe oder Kartons versteckt hat. Aber gefunden haben sie den Vierbeiner nicht. Dann haben sie Freunde losgejagt. Man hört ja öfter einmal, dass gerade Katzen wieder nach Hause finden, egal wo sie ausgesetzt werden. Aber am alten Haus war sie auch nicht.

Schallendes Gelächter in der halben Bahn gab es, als der Mann dann noch berichtet hat, dass seine Katze am nächsten Morgen den LKW-Fahrer erschreckt hat. Als der die Türen zum Container bei einem anderen Kunden aufgemacht hat, funkelten ihm zwei leuchtende Augen entgegen. Er hat sie dann in einen Karton eingesperrt und den Mann angerufen, damit er sie sich abholen kann. Fazit: Fremde Unterhaltungen in öffentlichen Verkehrsmitteln sind manchmal viel lustiger als die beste Sketch-Sendung im Fernsehen.

Nachdem ich in Deutschland schon ewig auf Jobsuche war, beschloss ich, dass ich mein Glück auch im benachbarten Ausland versuchen wollte. Gesagt, getan. Ich bewarb mich also auf einige Stellen in den Niederlanden, Österreich und der Schweiz und sollte Glück haben. Nach einem persönlichen Gespräch mit meinem neuen Arbeitgeber in den Niederlanden hatte ich also endlich wieder einen Job gefunden. Dass ich dazu einen internationalen Umzug in Kauf nehmen musste, störte mich wenig, denn ich wollte schon lange mal raus und etwas Neues erleben. Als erstes schaute ich im Internet nach einer preiswerten Wohnung und wurde auch ziemlich schnell fündig. Nachdem nun alles geklärt war, beauftragte ich ein Umzugsunternehmen, da ich mir den Stress der Eigenorganisation ersparen wollte. Es sollte sich allerdings herausstellen, dass das ein großer Fehler war.

Anfangs lief alles wie geplant: Die Umzugshelfer und der LKW standen pünktlich um 9 Uhr vor meiner Tür und den Großteil meiner Sachen hatte ich auch schon in Kisten verstaut. Schnell waren diese samt meinen Möbeln im Umzugswagen verstaut und es ging los. Ich gab dem Fahrer die Adresse und fuhr mit meinem Auto schon mal vor. Nach vier Stunden Fahrt kam ich in meiner neuen Wohnung an und hatte dank des zeitlichen Vorsprungs noch Zeit, die Wohnung schon mal gedanklich einzurichten, damit das Ausladen schnell vonstatten gehen würde. Dann begann die Zeit des Wartes auf den Rest meiner Sachen.

Nach drei Stunden rief ich den Fahrer auf dem Handy an und fragte, wo sie denn bleiben würden. Dieser teilte mir dann mit, dass sie auf der Autobahn eine Reifenpanne haben und heute nicht mehr kommen. „Na prima“, dachte ich mir, „soll ich die Nacht etwa auf dem Fußboden ohne Decke schlafen?“ Ich nahm all meinen Mut zusammen, klingelte bei meinen neuen Nachbarn und versuchte ihnen zu erklären, was mir passiert ist. Sie baten mich in ihre Wohnung und boten mir einen Schlafplatz auf dem Sofa, den ich dankbar annahm. Am nächsten Tag kamen dann endlich meine Möbel und meine Nachbarn halfen sogar bei Ausladen. Erschöpft von den Strapazen der letzten Tage sank ich am Abend in meinen Fernsehsessel und war froh, dass ich nun endlich etwas Zeit zum Ausruhen hatte.

Armin V.