Irrtümer beim Bau

“Bitte bauen Sie mir ein zweistöckiges Wohnhaus mit großen Fenstern, und vergessen Sie auch ebenso wenig, dass ich im Winter auf gar keinen Fall frieren möchte in meinem Haus!” gibt ein Grundstückseigentümer dem Bauunternehmer zu verstehen. “Alles klar, wir kümmern uns voll und ganz darum, machen Sie sich überhaupt keine Sorgen!” kommt als Antwort.

Mitten beim Bau fällt dem Bauherrn urplötzlich ein, er müsse dann doch einmal vorbeikommen, den Fortgang der baulichen Bemühungen selbst in Augenschein zu nehmen! Normalerweise sollte man zwar, wenn man schon so viel Geld in ein Projekt hineinsteckt, wenigstens regelmãßig vorbeischauen, wie der Bau so vorangeht, doch falls man wirklich vollstes Vertrauen in die Fähigkeiten der engagierten Baufirma samt Architekten hat, böte sich da nicht tatsächlich der eher seltene Gang auf die Baustelle an?

Auf der Baustelle angekommen, fällt Einem jäh auf: Da ist ja gar kein Schornstein auf dem Dach, und wieso ist nach den ersten Stock gar schon Schluss nach oben? Sieht so etwa ein zweistöckiges Wohnhaus aus? – Zur Überraschung des Grundstückseigentümers meint der Vorarbeiter, Erdgeschoss zusammengenommen mit erstem Stock wären ja bekanntlich zwei Stockwerke, und es käme, auf Anraten des Architekten, ja sowieso nur eine Elektroheizung zum Einsatz, sodass man sich den Kamin eben aus Kostengründen komplett gespart hätte!

Sofern das Haus in diesem Falle schon so gut wie komplett fertig ist zum Zeitpunkt, wo man den Irrtum endlich bemerkt hat, ist es wohl ratsamer, es dabei zu belassen und das Haus so zu akzeptieren, wie es eben gerade ist. Sollte sich jedoch noch mit relativ geringem Aufwand alles wieder ins Lot bringen lassen können, dann hat man damit wohl noch einmal Glück gehabt!

Ist es deshalb generell vielleicht nicht besser, ein bisschen öfter die Bauarbeiten am eigenen Haus zu kontrollieren?

Herr von Siegbert ist Hoteltester. Präziser gesagt, soll er sowohl die Qualität der Betten als auch den Zimmerservice an sich genauer unter die Lupe nehmen! Alle anderen Dinge des Hotelalltags prüfen andere Kollegen an seiner statt … . Er erzählt: “Ich habe ja schon viele Hotels getestet, doch die Höhe war echt ein Hotel in einem ostasiatischen Land, wo mich einen Moment lang glatt die Fassungslosigkeit gepackt hat!”. Wovon redet er denn hier?

Ohne lange Luft zu schnappen, redet er flugs weiter: “Dort angekommen, war zuerst alles top in Ordnung. Am zweiten Tag kam ich dann vom Abendessen hoch und zog mich aus. Es war leicht abgedunkelt in meinem Zimmer, was ich zunächst durchaus als angemehm empfand. Ich ging unter die Dusche, trocknete mich ab und ging schnell zu Bett! Meistens schlafe ich komplett nackt, so war es auch in jener Nacht. Ich fing schon an, einzunickern, und es kam mir so vor, als träumte ich, denn gerade, als sich meine abendlichen Vorstellungen ins Erotische begaben, hätte ich schwören können, da sei jemand bei mir unten zugange!”. Diese Geschichte hört sich irgendwie mysteriös an! Was passierte wohl danach?

“Ich fühlte immer mehr, wie der scheinbare Traum sich realer und realer anfühlte! Auf einmal wachte ich auf. Ich hatte noch nie so dermaßen lustvoll geträumt! Nur als reine Vorsichtsmaßnahme hob ich die Bettdecke an, doch da war in der Tat jemand bei mir … . Eine bildhübsche Frau verrichtete gerade ihre na ja, sagen wir einmal Arbeit! Natürlich war ich gleichermaßen überrumpelt wie glücklich, dennoch war es mir peinlich, wer war schließlich diese Frau? Ich sprach sie auf Englisch an, und sie verwies mich auf den Hotelmanager, der sie engagiert hätte, mich quasi zu beglücken! Woher wusste dieser Kerl eigentlich, dass ich hier der Tester bin? Jedenfalls wurde ich rot, weil es mir unsagbar peinlich war, mit einer professionell horizontalen Dame im Bett zu liegen!” meint er. Das ist echt ein Skandal! Warum legt der Manager eines luxoriösen Hotels dem an sich geheimen Hoteltester so eine Rotlichtdame ins Bett?

Er fährt fort: “Die junge Frau hätte beinahe meine Tochter sein können! Nur war ich bis dahin alleinstehend und hatte keine Kinder. Ich war gerade 30 Jahre alt, und sie erzählte mir von ihrem Leben. Sie war damals 16, doch schon seit 2 Jahren lebte sie nicht mehr zu Hause, weil ihre Mutter sich nämlich keine Zeit für sie nahm, und der Vater sie immer öfter schlug: Er war leider Alkoholiker! Es war nun fast so, als ob wir uns schon einmal vorher begegnet wären, so gut konnte ich mich in sie hineinversetzen! Viel gab es bei mir allerdings nicht zu reden: allein, kinderlos, immer unterwegs. Wir kuschelten uns stundenlang aneinander und es war, so seltsam es klingen mag, es war Liebe!”. Er hatte sich in eine Sechzehnjährige verliebt! Ob er auch wusste, wie kompliziert das womöglich noch werden könnte?

“In den folgenden Wochen war ich wohl mehr mit den Formalitäten beschäftigt, dieses liebe Mädchen aus jenem grässlichen Milieu herauszubekommen, als mit meiner eigentlichen Arbeit, das Zimmer und den Service des Hotels zu beurteilen! Letztendlich habe ich sie geheiratet und seitdem fahren meine Frau und ich gemeinsam unermüdlich von Hotel zu Hotel … . Hätte mir davor jemand gesagt, wie ich meine spätere Frau kennenlernen würde, ich wäre ärgerlich geworden und sogar errötet! Nun weiß ich aber, dass die Liebe etwas wahrhaft Wunderbares ist, das plötzlich im Leben einfach da sein kann, war ich darauf aber zu dieser Zeit vorbereitet gewesen? Ich glaube, nach 30 Jahren Ehe, und ein paar Jahre vor meinem wohlverdienten Ruhestand, kann ich nur voller Bewunderung meiner Frau danken, wie sie es geschafft hat, nicht nur mich all die Jahre über zu ertragen, sondern ebenso unseren vier Söhnen und drei Töchtern immer mit viel Liebe und Zuversicht die Tage hat im Fluge vergehen lassen! Ich glaube, unsere Enkelkinder sind wahrlich Kinder von glücklichen Eltern, würden sie mich und meine liebe Frau denn sonst so sehr anstrahlen, wann immer wir sie besuchen?” schließt er sein Statement ab. Das sieht ganz so aus, als hätte der liebe Gott hier zwei verwandte Seelen, auch über gesellschaftliche Grenzen hinweg, zusammengebracht! Was könnte es überhaupt Schöneres geben als ein glückliches Leben zusammen mit dem Menschen, den man liebt?

Hallo, Herr Nachbar!

Der Nachbar vom Haus gegenüber winkt freundlich und ruft “Huhu!”. Das ist doch sehr nett! Es gibt schließlich auch Nachbarschaften, in denen nicht mehr “Huhu!” gerufen wird, sondern nur noch “Polizei!” … . Nicht jede Nachbarschaft ist harmonisch, nein, da sind nämlich ebenso Nachbarn, die sofort die Feuerwehr rufen, sobald jemand irgendein Feuer im Garten macht, selbst wenn es nur ein gemütlicher Grillabend werden soll!

Man kann es ja schon fast nicht glauben, wenn der Hund des Nachbarn in den Gärten der ganzen Nachbarschaft seine Häufchen hinterlässt, statt, wie es sich gehört, nur im eigenen Garten sein Geschäft zu machen … . Doch was soll man denken, macht sich der Nachbar auf, auch noch mutwillig den Hausfrieden zu stören?

Gewiss, sobald irgend jemand mit einer Axt versucht, die Tür einzuschlagen, muss und wird die Polizei gerufen werden, um ihres Amtes zu walten! Falls nun aber keine wirkliche Bedrohung vorliegt, was soll man da dann machen? Wen sollte man gegebenenfalls rufen?

So manch ein Nachbar kommt alle Weile an, und will einmal Öl, dann Butter, dann Mehl und und und haben, ohne auch nur im Entferntesten daran zu denken, dass man ja auch nicht immer an die Tür rennen will … . Da es ja auch etwas Wichtiges sein könnte, wenn es an der Tür klingelt, geht man dennoch hin und fragt: “Wer ist da?”.

Ertönt nun die freundliche Stimme gerade desselben Nachbarn, der auch schon ein paar Tage zuvor die Semmelbrösel für sein Schnitzel vergessen hatte, zu kaufen, dann kommt jäh eine herzerwärmende Freundlichkeit auf, frei nach dem Motto: “Du alter Arsch! Denk doch gefälligst selbst an Deine Semmelbrösel! Siehst Du nicht, dass ich müde bin von der Arbeit? Muss ich denn wegen Dir immer unnütz an die Tür laufen?”!

Da steht er auch schon, denkt sich die alleinstehende Frau, doch was hat er jetzt schon wieder? “Ich brauche Wasser für meine Blumen!” sagt er. “Wozu braucht der um 8 Uhr abends von mir Wasser für seine Blumen? Das ist doch Ruhestörung!” denkt sich die gereizte Frau des Hauses. Nun denn, er wird hereingebeten.

Doch, oh Wunder, kaum haben die Blumen ihr Wasser, wünscht er gleich “Schönen Valentinstag!”, und fügt hinzu “Das sind Ihre Blumen! Ich hoffe, sie gefallen Ihnen?”. Da wird dann auch sofort die eben noch gereizte Stimmung wieder lockerer! Wie konnte man nur den Valentinstag vergessen, und ist das nicht ein richtig netter Kerl?

Nicht jeder Nachbar, der am Abend an der Tür klingelt, wartet gleich mit einer solch schönen Überraschung auf, aber man kann ja bekanntlich nie wissen … . Erst vermutet man einen heimlichen Einbrecher, nachher entpuppt er sich dann noch als Charmeur!

Wenn man dem Tag mit offenen Armen begegnet, dann wird er auch schön werden, doch selbst manchmal, in einer weniger guten Stimmung, kann der Tag sich plötzlich ungewohnt entwickeln, und das wiederum hoffentlich meistens zum Positiven hin!