Laute Nachbarn

Merkwürdige Geräusche bei den neuen Nachbarn

"Robert, unsere neuen Nachbarn sind schon wieder dabei" seufzt Paula, als sie ins Schlafzimmer kommt. "Sie sind vor drei Tagen eingezogen und jeden Abend ist es das gleiche!"
"Vielleicht sind sie ja frischvermählt", grinst Robert. "Man muss ihnen so viel Zuneigung auch zugute halten. Weißt Du noch: wir vor 25 Jahren?"
"Ja, aber müssen sie dabei so laut sein?" schimpft seine Frau weiter.

"Du weißt doch, dass die Wände in unserem Wohnhaus sehr dünn sind." wiegelt Robert ab "Unsere Nachbarn haben sich auch schon beschwert."
"Ja, vor vielen, vielen Jahren…" seufzt Paula.

Robert schlüpft unter die Bettdecke und schaut seiner Frau beim Umziehen zu. Paula ist nicht mehr die 20-jährige Schönheit, die er damals geheiratet hat. Aber für ihr Alter hat sie sich wirklich gut gehalten. Sie macht Aerobic und ernährt sich bewusst. Er kann sich wirklich glücklich schätzen mit so einer Frau.

"Kannst Du nicht hinübergehen und mit ihnen reden?" quängelt Paula weiter, als sie zu Robert unter die Bettdecke kriecht. "Ich brauche meinen Schlaf!"
"Weisst du was, ich habe eine bessere Idee als Schlafen." sagt Robert und küsst seine Frau lange und ausgiebig.
Er zieht sie ganz nah an sich heran "Lass uns selbst Lärm machen!"

Streiten kann man immer

Kleinkrieg am Maschendrahtzaun

Wer sich auf Wohnungssuche befindet, sollte nicht nur das ausgewählte Objekt betrachten, sondern auch sehen, wer in der unmittelbaren Nachbarschaft wohnt und wie man mit dem potentiellen Vermieter zurechtkommt, damit es nach Abschluss des Mietvertrages kein böses Erwachen gibt.

Viele Mieter befinden sich im Streit mit ihren Nachbarn, aber auch mit ihrem Vermieter, was zum Teil recht absurde Gründe hat, sich dann aber zum reinsten Psychokrieg entwickelt. Der deutsche Kleinkrieg am Maschendrahtzaun ist heutzutage sicherlich kein Einzelfall mehr. Stefan Raabs Song der "Maschendrahtzaun" schaffte es in den Charts sogar ganz nach vorn, jedoch vergeht vielen Gartenbesitzern bei diesem Thema das Lachen.

Viele Nachbarn streiten sich wegen Lappalien, wie beispielsweise zu lauter Musik, überhängenden Ängsten, Kinderlärm, Tiergeschrei, Parkplätzen und anderen Dingen. So wurde in der Nähe von Stuttgart ein Rentner zur Zielscheibe seiner Nachbarn, da er einen Hahn besitzt, der jeden Morgen schon zu früher Stunde kräht und damit den Schönheitsschlaf der anderen Anwohner stört. Der alte Mann wollte dem Frieden zuliebe sogar einlenken, erhielt jedoch keine Baugenehmigung für den geplanten, schalldichten Stall und wurde dann vor Gericht gezerrt. Ein Ende des Streits ist noch nicht in Sicht.

Die Liste der Gründe für Streitereien ist endlos lang. Es gibt tatsächlich Vermieter, die auf die Idee kommen, von ihren Mietern zu verlangen, die Mülltonne zu reinigen. Die Mülltonne ist für den Müll da, oder nicht?! Manche Dinge sollte man einfach überhören oder vielleicht doch den Vermieter entsorgen?!

 

Ich weiß gar nicht mehr, weshalb ich mich entschied, meine Wohnung zu kündigen. Es könnte der nie beseitigte Schimmelbefall gewesen sein. Vielleicht waren es auch die Handwerker, die am Nachbarhaus arbeiteten und mich (wie auch jeden anderen Anwohner) mit einem fröhlichen „Halt die Schnauze“ bedachten, wenn man sie bat, nach 21 Uhr das Bohren einzustellen.

Jedenfalls zog ich die Reißleine und begab mich auf Wohnungssuche. Ich lebte in Köln und musste feststellen, dass es fast unmöglich war, eine Wohnung in meiner Preisklasse zu finden, die über Annehmlichkeiten wie Innenbadezimmer, Zentralheizung oder heißes Wasser verfügte.

Dann schlug das Schicksal zu. Ich verließ nach einer weiteren ergebnislosen Besichtigung ein Hochhaus und wollte gerade zur S-Bahn, als mich ein Mann im grauen Anzug ansprach. „Sind Sie Herr Schneider?“ wollte er wissen. Der war ich zwar nicht, aber aus irgendeinem Grund antwortete ich: „Derselbige.“ Die Augen des Fremden leuchteten. „Dann kann die Besichtigung ja beginnen“, sprach der etwa 50-Jährige und führte mich in das benachbarte Gebäude.

Dort fuhren wir in den vierten Stock und ich betrachtete in der kommenden Stunde das luxuriöseste Apartment, das ich in meinem Leben jemals gesehen hatte. Ich tat sehr interessiert und schlug verschiedene „Verbesserungen“ vor. So meinte ich, die Wand zwischen Küche und Wohnzimmer müsse weg und auf den Balkon könne man einen Whirpool stellen. Der Makler war Feuer und Flamme. Ich versicherte ihm, ich würde am Montag kommen, um die Papiere zu unterschreiben.

Als wir die Wohnung verließen und wieder an der Straße standen, kam ein vornehm aussehender Herr auf uns zu. „Guten Tag, ich bin Herr Schneider“, stellte er sich vor. Im Nachhinein tut mir der Makler leid, aber der Schock in seinen Augen entschädigte mich in diesem Augenblick für meine katastrophale Wohnungssuche.

Von Rainer M.