Letztes Jahr musste ich für zwei Tage geschäftlich nach Berlin reisen. Da meine geschäftlichen Angelegenheiten nachmittags zu Ende waren, kam ich früh wieder ins Hotel zurück. Dort beschloss ich, im Hotelpool schwimmen zu gehen. Das war angenehm und erfrischend. Außer mir war nur noch eine junge Frau im Pool, die mir freundlich zulächelte. Kurz darauf verschwand sie in der Umkleidekabine. Nach dem Schwimmen ging ich aufs Zimmer, zog mir etwas Saloppes an und ging in das Hotelrestaurant. Es war fast voll, nur an einem Tisch saß nur eine einzelne Person. Als ich herantrat, um zu fragen, ob ich mich mit an den Tisch setzen könne, verharrte ich plötzlich etwas verdutzt. Es war die junge Frau aus dem Swimmingpool. Sie lächelte mich wieder an und bot mir gleich an Platz zu nehmen. Nach einer kurzen Vorstellung und allgemeinen Floskeln kamen wir schnell in ein amüsantes Gespräch über Gott und die Welt. Da sie auch gerne Wein trank, leerten wir zusammen zwei Flaschen. Der Alkohol führte uns allmählich zu vertrauteren Themen wie Beziehungen und Lebensumstände. Da sie kaum einen Moment ausließ, um mir Komplimente zu machen, was ich für schöne Hände hätte, sie fände ältere Männer interessant, ich sei nett und hätte gepflegte Umgangstöne, war mir klar, wir gehen nachher beide zu mir aufs Zimmer. Also nahm ich all meinen Mut zusammen und wollte gerade den Vorschlag machen, als sie den Ober rief und ihre Rechnung beglich. Dann sagte sie mir, dass es ein unglaublich netter Abend für sie war, aber sie müsse jetzt gehen, ihr Mann wartet mit den Kindern zu Hause. Ich musste wohl schlucken und bedankte mich ebenfalls für den netten Abend, der nur etwas anders endete als ich mir vorstellte.