Ich steige ins Auto und fahre zur Uni.

Muss meine Freundin abholen und darf dann 750 km in ein kleines verschlafenes Dörfchen
in Baden-Württemberg brettern. Auf die Hochzeit Ihrer besten Freundin, die natürlich am gleichen Tag stattfinden muss. In Gedanken stelle ich mir schon eine Truppe Trachtenträger vor, die mit Ihrer Dorfkapelle den nächsten Trauerfall auf den eigenen Hof musizieren. Nee, Hochzeit, so war’s.

Nach einigen Streits auf der Autobahn wird auch das Radio nicht mehr eingeschaltet. Meine Freundin redet seit zehn Minuten. Ich höre nicht hin. Schaue aus dem Fenster und mir erscheint das Abfahrtsschild.
Klingt nach Ausland. Meine Stimmung könnte nicht besser sein.

Nachdem wir nach geschlagenen zwei Stunden – durch die Braut per Telefon navigiert – an unserer Ferienwohung angekommen waren, empfing uns ein schönes Bauwerk mit einladendem Garten.
Wir bezogen unser schmuckes Büdchen und richteten das zweite Zimmer für zwei weitere mir unbekannte Gäste der Hochzeit her.
Wurden uns von der Braut auf’s Auge gedrückt.
Wohl wegen der langen Telefoniererei.

Diese kamen auch alsbald, ich saß auf dem Lokus. Groß.
Die Stimmen machten mich nervöus und ich brach ab.
Spülung gedrückt und schnell Hände gewaschen.

Beim Herumdrehen trat ich in eine große Pfütze. Es roch nicht gut. Ich schrie nach meiner Freundin.
Sie dachte ich werde älter wie der Mann in der Fernsehwerbung, der so doof schreit.

Beim Ihrem Hereinkommen war klar, dass Sie die 750 km zurückfahren würde.
Direkt. Und ohne Hochzeit.