Auf meinen Reisen durch die ganze Welt sind mir schon viele lustige und vor allen Dingen seltsame Bauarten untergekommen. So wird in südlichen Ländern gerne vorausschauend geplant und der Bau so konzipiert, dass jederzeit eine weitere Etage auf das bereits vorhandene Haus aufgesetzt werden kann. Man weiß ja nie, welche Ausmaße die Familie annimmt und ob nicht Oma und Opa irgendwann auch noch einziehen wollen.

In Europa sieht das ein wenig anders aus. Vor allen Dingen in den Ballungsgebieten. So zum Beispiel in London. Wer die Stadt einmal besucht hat, wird eine Sache sehr schnell registriert haben: Hier ist kein Platz. Schmale Straßen, vollgebaut und zugeparkt. Jede noch so kleine Lücke wird hier genutzt. Bei meinem letzten Besuch viel mir eine gerade in Sanierung befindliche Haushälfte besonders auf. Denn hier schlug das Platzproblem mit voller Wucht zu. Da auf der Straße oder im Garten des Hauses kein Platz für den Kran war, hatte man diesen kurzerhand auf dem Haus montiert. Wie auch immer dies funktioniert hat. Alles sah sehr abenteuerlich aus. Der Kran ragte deutlich über die Häuser hinaus und garantierte sicherlich eine wunderbare Aussicht. Wie allerdings der Kranführer zu dieser probesorischen Aufstellung seines Arbeitsmaterials stand, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

In diesem Sinne: Er die deutsche Bauweise noch nicht schätzen kann, sollte einmal die Welt bereisen. Er wird dann schnell feststellen, dass nichts über diese deutsche Art des Bauens geht.