“Bitte bauen Sie mir ein zweistöckiges Wohnhaus mit großen Fenstern, und vergessen Sie auch ebenso wenig, dass ich im Winter auf gar keinen Fall frieren möchte in meinem Haus!” gibt ein Grundstückseigentümer dem Bauunternehmer zu verstehen. “Alles klar, wir kümmern uns voll und ganz darum, machen Sie sich überhaupt keine Sorgen!” kommt als Antwort.

Mitten beim Bau fällt dem Bauherrn urplötzlich ein, er müsse dann doch einmal vorbeikommen, den Fortgang der baulichen Bemühungen selbst in Augenschein zu nehmen! Normalerweise sollte man zwar, wenn man schon so viel Geld in ein Projekt hineinsteckt, wenigstens regelmãßig vorbeischauen, wie der Bau so vorangeht, doch falls man wirklich vollstes Vertrauen in die Fähigkeiten der engagierten Baufirma samt Architekten hat, böte sich da nicht tatsächlich der eher seltene Gang auf die Baustelle an?

Auf der Baustelle angekommen, fällt Einem jäh auf: Da ist ja gar kein Schornstein auf dem Dach, und wieso ist nach den ersten Stock gar schon Schluss nach oben? Sieht so etwa ein zweistöckiges Wohnhaus aus? – Zur Überraschung des Grundstückseigentümers meint der Vorarbeiter, Erdgeschoss zusammengenommen mit erstem Stock wären ja bekanntlich zwei Stockwerke, und es käme, auf Anraten des Architekten, ja sowieso nur eine Elektroheizung zum Einsatz, sodass man sich den Kamin eben aus Kostengründen komplett gespart hätte!

Sofern das Haus in diesem Falle schon so gut wie komplett fertig ist zum Zeitpunkt, wo man den Irrtum endlich bemerkt hat, ist es wohl ratsamer, es dabei zu belassen und das Haus so zu akzeptieren, wie es eben gerade ist. Sollte sich jedoch noch mit relativ geringem Aufwand alles wieder ins Lot bringen lassen können, dann hat man damit wohl noch einmal Glück gehabt!

Ist es deshalb generell vielleicht nicht besser, ein bisschen öfter die Bauarbeiten am eigenen Haus zu kontrollieren?