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Die Sonne geht auf. Ein klitzekleiner Sonnenstrahl kitzelt die Nase von Katy. Noch schläft sie, doch einen Augenblick später niest sie plötzlich laut los und wird von ihrem eigenen Nieser abrupt geweckt! Während sich ihr Kopf vom schnellen Wachwerden dreht, merkt sie langsam, dass sie in Wirklichkeit gar nicht zu Hause ist, sondern im Urlaub, Tausende von Kilometern weit weg von Hektik, Stress und Lärm. Da fängt sie an, zu lächeln!

Der paradisische kleine Ort in der Südsee, umringt von blauem Wasser, sauberen Sandstränden und Kokosnusspalmen war ihr von einem neuen Mitarbeiter im örtlichen Reisebüro empfohlen worden: “Dort war ich letztes Jahr, und Sie können mir glauben, da haben Sie völlige Ruhe, weil es einfach keinen Massentourismus in dieser Gegend gibt!”.

Natürlich hat ihr Handy vor Ort keinen Enpfang, Strom gibt es nur stundenweise, und der nächste PC ist kilometerweit entfernt, aber gäbe es all jene technischen Spielereien hier, wie sonst überall auch, wer würde sich dann an diesem Ort überhaupt richtig erholen können?

Der klasische Urlauber jedenfalls würde sich hier nicht recht wohlfühlen: kein Kühlschrank, dafür nur frisches Essen, keine Klimaanlage, dafür Hütten aus leichtem Schilf usw. … . Luxus ist das nicht, dafür jedoch Entspannung pur: Die Last, immer und überall erreichbar zu sein, existiert hier schlicht und einfach nicht!

Die Frage, die sich Katy am Ende ihres Urlaubs wohl stellen wird, lautet: “Warum muss ich überhaupt wieder zurück ins strenge und stressige Deutschland?”. Die Antwort darauf ist hingegen simpel: In Deutschland verdient sie so viel, dass sie theorethisch jedes Jahr zweimal in den Urlaub fahren könnte, wenn nur ihr Chef das zuließe! Daher heißt es nunmal: In Deutschland arbeiten und einmal im Jahr versuchen, dem Stress zu entfliehen.

Die Einwohner dieses kleinen Dorfes in der Südsee wohnen zwar sprichwörtlich im Paradies, Urlaub in ferne Länder werden sie sich, mit Ausnahme des Bürgermeisters, welchem fast alle Feriendomizile hier auf der Insel gehören, wohl aber nie leisten können!

Wenn man in Urlaub fährt, macht man sich ja meistens große Mühe, bevor man seine Immobilie für ein paar Wochen alleine lässt. Vor dem Start in die wohlverdienten Ferien steht der gründlich Check: Sind die Fenster alle geschlossen? Sind Herd, Kaffeemaschine und Fernseher wirklich ausgestellt? Und ist Wellensittich Hansi auch wirklich bei der Nachbarin abgegeben worden und muss nicht verhungern, nur weil Herrchen so zerstreut war? In der Regel ist ja alles in Ordnung – aber manchmal überkommen einen dann doch ernsthafte Zweifel. Meistens immer kurz nach der Auffahrt auf die Autobahn oder im Taxi kurz vor Erreichend des Flughafens.

“Schatz, hast du auch wirklich die Haustür drei Mal abgeschlossen, das Sicherheitsschloss eingesetzt und die Alarmanlage eingeschaltet? Was ist, wenn unsere Immobilie bis auf den letzten Läufer im Schlafzimmer leer geräumt wird, während wir weg sind? Einbrecher wittern doch, wenn man Urlaub macht!” Wem klingen diese goldenen Worte nicht wie Musik in den Ohren, zumal wenn man sich geistig schon ganz auf Halligalli auf Mallorca eingestellt hat und das traute Heim schon soooo weit weg zu sein scheint. Große Frage: Warum hat die Holde nicht selber daran gedacht, alles noch einmal durchzuchecken? Frauen und Logik…..

Übrigens: Wir haben dann tatsächlich noch einmal kehrt gemacht, “für alle Fälle”. Da stand die Schwiegermutter vor der Tür – sie hatte den 13. Juni mit dem 13. Juli verwechselt…….

Werner M.

Ferienimmobilien Geschichte

Ich steige ins Auto und fahre zur Uni.

Muss meine Freundin abholen und darf dann 750 km in ein kleines verschlafenes Dörfchen
in Baden-Württemberg brettern. Auf die Hochzeit Ihrer besten Freundin, die natürlich am gleichen Tag stattfinden muss. In Gedanken stelle ich mir schon eine Truppe Trachtenträger vor, die mit Ihrer Dorfkapelle den nächsten Trauerfall auf den eigenen Hof musizieren. Nee, Hochzeit, so war’s.

Nach einigen Streits auf der Autobahn wird auch das Radio nicht mehr eingeschaltet. Meine Freundin redet seit zehn Minuten. Ich höre nicht hin. Schaue aus dem Fenster und mir erscheint das Abfahrtsschild.
Klingt nach Ausland. Meine Stimmung könnte nicht besser sein.

Nachdem wir nach geschlagenen zwei Stunden – durch die Braut per Telefon navigiert – an unserer Ferienwohung angekommen waren, empfing uns ein schönes Bauwerk mit einladendem Garten.
Wir bezogen unser schmuckes Büdchen und richteten das zweite Zimmer für zwei weitere mir unbekannte Gäste der Hochzeit her.
Wurden uns von der Braut auf’s Auge gedrückt.
Wohl wegen der langen Telefoniererei.

Diese kamen auch alsbald, ich saß auf dem Lokus. Groß.
Die Stimmen machten mich nervöus und ich brach ab.
Spülung gedrückt und schnell Hände gewaschen.

Beim Herumdrehen trat ich in eine große Pfütze. Es roch nicht gut. Ich schrie nach meiner Freundin.
Sie dachte ich werde älter wie der Mann in der Fernsehwerbung, der so doof schreit.

Beim Ihrem Hereinkommen war klar, dass Sie die 750 km zurückfahren würde.
Direkt. Und ohne Hochzeit.