Archive for the ‘ Skurriles ’ Category

Nachdem ich in Deutschland schon ewig auf Jobsuche war, beschloss ich, dass ich mein Glück auch im benachbarten Ausland versuchen wollte. Gesagt, getan. Ich bewarb mich also auf einige Stellen in den Niederlanden, Österreich und der Schweiz und sollte Glück haben. Nach einem persönlichen Gespräch mit meinem neuen Arbeitgeber in den Niederlanden hatte ich also endlich wieder einen Job gefunden. Dass ich dazu einen internationalen Umzug in Kauf nehmen musste, störte mich wenig, denn ich wollte schon lange mal raus und etwas Neues erleben. Als erstes schaute ich im Internet nach einer preiswerten Wohnung und wurde auch ziemlich schnell fündig. Nachdem nun alles geklärt war, beauftragte ich ein Umzugsunternehmen, da ich mir den Stress der Eigenorganisation ersparen wollte. Es sollte sich allerdings herausstellen, dass das ein großer Fehler war.

Anfangs lief alles wie geplant: Die Umzugshelfer und der LKW standen pünktlich um 9 Uhr vor meiner Tür und den Großteil meiner Sachen hatte ich auch schon in Kisten verstaut. Schnell waren diese samt meinen Möbeln im Umzugswagen verstaut und es ging los. Ich gab dem Fahrer die Adresse und fuhr mit meinem Auto schon mal vor. Nach vier Stunden Fahrt kam ich in meiner neuen Wohnung an und hatte dank des zeitlichen Vorsprungs noch Zeit, die Wohnung schon mal gedanklich einzurichten, damit das Ausladen schnell vonstatten gehen würde. Dann begann die Zeit des Wartes auf den Rest meiner Sachen.

Nach drei Stunden rief ich den Fahrer auf dem Handy an und fragte, wo sie denn bleiben würden. Dieser teilte mir dann mit, dass sie auf der Autobahn eine Reifenpanne haben und heute nicht mehr kommen. „Na prima“, dachte ich mir, „soll ich die Nacht etwa auf dem Fußboden ohne Decke schlafen?“ Ich nahm all meinen Mut zusammen, klingelte bei meinen neuen Nachbarn und versuchte ihnen zu erklären, was mir passiert ist. Sie baten mich in ihre Wohnung und boten mir einen Schlafplatz auf dem Sofa, den ich dankbar annahm. Am nächsten Tag kamen dann endlich meine Möbel und meine Nachbarn halfen sogar bei Ausladen. Erschöpft von den Strapazen der letzten Tage sank ich am Abend in meinen Fernsehsessel und war froh, dass ich nun endlich etwas Zeit zum Ausruhen hatte.

Armin V.

Skurrile Immobilien

Auf der Suche nach einer neuen Bleibe für meine Familie durchforste ich seit einigen Wochen angesagte Internetplattformen und die Immobilienmakler meiner Stadt nach einem brauchbaren Angebot. Doch was ich bis jetzt gefunden habe, entspricht entweder nicht meinen Vorstellungen von einer Wohnung, oder übersteigt meine finanziellen Möglichkeiten. Beides zwei Punkte, die einer Anmietung sehr im Wege stehen.

Erst gestern wurde mir ein Objekt angeboten, bei dem meine einzige Reaktion ein kräftiges Kopfschütteln war. Ich suche eine Wohnung im Erdgeschoss oder der ersten Etage, da zwei kleine Kinder meine Familie ergänzen. Zudem sollte sie über eine Heizung, ein Bad mit Fenster und eine Quadratmeterzahl jenseits von 70m² verfügen. Alles in allem Angaben, die sicherlich zu erfüllen sind.

Gestern wurde mir von einem Makler dann folgende Wohnung angeboten. 4 Etage (ohne Fahrstuhl), 4 Zimmer (sehr löblich) auf 60m² (wie soll das gehen) mit einer Toilette auf halber Treppe. Eigentlich dachte ich, dass diese Art von Toiletten bereits vor 20 Jahren abgeschafft wurde und jede halbwegs ordentliche Wohnung über ein WC innerhalb der Wohnung verfügt. Aber da liege ich wohl falsch. Auf meine Anfrage hin, wie der Makler sich das mit meinen Kindern, den vielen Stufen und dem WC vorstellt bekam ich die Antwort: „Na die werden doch auch größer“. Schönen Dank auch. Und bis dahin renne ich jede Nacht im Nachthemd durch den Hausflur. Nein Danke.

Martina K. Bremen

Lustiger Umzug

Vergangene Woche sind wir umgezogen und mit drei Kindern ist das nicht “mal eben”. Ich gebe zu, dass ich dem Umzug sehr skeptisch gegenüber gestanden habe und starke Bedenken hatte. Daher bin ich bereits einige Monate zuvor damit angefangen, Überflüssiges wegzuwerfen und andere Dinge gut zu sortieren.

Der Tag der Tage kam und das Umzugsunternehmen hatte unsere Wohnung binnen ein, zwei Stunden komplett leer geräumt und wir sind guter Dinge mit unserem privaten Fahrzeug in den nächsten Ort gefahren – dort wartete unsere absolut neues Eigenheim auf uns. Es dauerte nicht lange und der LKW des Umzugsunternehmens stand vor der Tür und brachte Kiste um Kiste in die entsprechenden Zimmer. Kurz wunderte ich mich über die Schriftfarbe, aber der Gedanke war kurz und auch im Trubel schnell wieder vergessen.

Unsere Möbel waren natürlich nicht in Kartons verpackt und nachdem die starken Männer die Kartons in das Haus getragen hatten, bauten sie zunächst die Möbel in den Kinderzimmern, im Elternschlafzimmer, Büro und Wohnzimmer auf. Kaum zu glauben, aber am späten Nachmittag standen bereits die Möbel! Nach einer kurzen, aber dennoch sehr wohltuenden Kaffeepause entschieden wir uns dafür, nun endlich die Kisten auszupacken. Zugegeben – wir hatten nicht sehr viel Lust und Muße dazu, aber die Kinder benötigten ihre Schlafanzüge.

Ich musste mich beim Auspacken jedoch sehr wundern und schaute nicht schlecht als ich plötzlich schwarze Lackanzüge in der Hand hatte. Was sollte das? Und was sollten wir mit der Reiterpeitsche anfangen? Zum Glück waren die Umzugsherren noch nicht weg und konnten das (peinliche) Missverständnis schnell klären und noch am gleichen Abend bekamen wir unsere eigenen Kartons zurück!

Maren K. aus B.

Verrückte Immobilien Geschichte

Beinahe jeder Mensch kann eine lustige, traurige oder auch ganz ungewöhnliche Geschichte über Immobilien erzählen. So sind Immobilien zwar zu keinerlei menschlichen Beziehungen, geschweige denn zu irgend einem Verhalten, fähig und dennoch können sie für ganz unterschiedliche Erlebnisse sorgen.
Eines solcher Erlebnisse ist meine erste eigene Wohnung. Vor gut 15 Jahren bezog ich sie mit zwei anderen Mitbewohnern, die ich aus gemeinsamer Universitätszeit kannte. Um uns auf eine eventuelle Wohnung zu einigen, waren eigentlich keinerlei besondere Aspekte der Immobilie für irgendeinen von uns besonders bedeutsam. So entschlossen wir uns – zu Gunsten unserer sehr schmalen Geldbeutel – für eine kleine Studenten WG in einem gut zehnstöckigem Hochhaus mitten in der Innenstadt. Doch was die eingesparten DM uns noch nicht verrieten, waren die etlichen Eigenschaften dieser unglaublich preiswerten Wohnung.
So fing schon der Umzug nicht allzu vielsprechend an. Um die diversen Möbel und Kartons in die Wohnung zu schleppen, sollte uns eigentlich ein Aufzug dienen. Doch seltsamerweise war dieser genau zu dem Zeitpunkt des Einzugs “defekt”. Es stellte sich heraus, das dieser wohl zu 90% im gesamten Jahr “defekt” war, bis er schließlich von einem Techniker repariert wurde, einen Monat seine Dienste tat und schließlich mit einem Pechvogel zwischen zwei Stockwerken stecken blieb.
Doch damit nicht genug: die eingebaute und vom Vormieter “freundlicherweise” überlassene Küche erwies sich als ebenso unnütz. Die Einstellungen des Herdes waren zum Beispiel völlig falsch justiert. So konnte es sein, das plötzlich ein auf dem Herd stehender Wassertopf bei Stufe 1 in Sekunden überquoll, da die Herdplatte sich schließlich wie die, einer auf Stufe 12 stehenden Platte erhitzte. Das Kochen fiel für uns somit ebenfalls aus.
Ein weiterer und verrückter Punkt der Wohnung waren die Waschmaschinen: für gut 50 Pfennig konnte man seine Wäsche in einer der Maschinen “reinigen”. Dies tat jeder von uns genau einmal. Denn die Kleidung kam nicht nur dreckiger, sondern auch um einiges kleiner und teilweise farblich vermischt wieder heraus.
Alles in allem war meine erste Wohnung also eine äußerst verrückte Unterkunft. Doch dank der typischen Studenten-Lässigkeit wurde über die diversen Vorkommnisse in der WG lediglich gelacht und nicht geweint.

Karsten W. Ex-Student aus K.

Eingesendet von Martin. M.
Seit Monaten war ich auf der Suche nach einem Haus, doch alle Objekte, die ich mir angeschaut hatte, waren entweder zu groß, zu klein, zu teuer, zu baufällig oder zu weit außerhalb. So machte ich mir auch nicht besonders viele Hoffnungen, als ich die Anzeige in der Zeitung las: „Verkaufe Schmuckstück im Herzen der Stadt.“ Außer einer Telefonnummer gab es keine anderen Angaben. Ich rief an und hatte eine ältere Dame am Apparat, die mir die Straße nannte. Ihre Stimme klang traurig als sie sagte, dass es ihr schwer fiele, sich von ihrem Haus zu trennen, aber dass sie aus gesundheitlichen Gründen in ein Pflegeheim ziehen müsste.

Als ich durch die Straße fuhr, in der das Haus stand, hatte ich auf Anhieb ein gutes Gefühl, doch der Anblick des Hauses versetzte mir einen Schock. Der Putz von der Fassade war an mehreren Stellen abgebröckelt, die Fenstergläser waren milchig, die Holzrahmen marode, und das Dach schien mir auf den ersten Blick auch undicht zu sein. Als ich durch den verwilderten Garten ging, wollte ich eigentlich schon umdrehen, aber dann öffnete sich die Haustür und die ältere Frau schaute mich erwartungsvoll an. Sie bat mich herein und mir blieb nichts anderes übrig, als ihr zu folgen. Das Haus war vollgestellt mit Nippes, alten Gemälden und Platzdeckchen; die typische Einrichtung einer älteren Frau. Während ich durch die Räume geführt wurde, überkam mich immer mehr das Gefühl, dass ich mich hier wohlfühlen könnte. Ich betrachtete die alten, abgenutzten Dielen und stellte mir vor, wie das Haus aussehen könnte, wenn ich die Dielen abschleifen ließe. Die Zimmer waren behaglich und der Garten könnte tatsächlich mit ein wenig Arbeit zum Schmuckstück werden. Als die alte Frau mir den Preis nannte, den sie haben wollte, verschlug es mir die Sprache: Er lag weiter unter dem, was ich bereit war zu zahlen. Ich sagte sofort zu, das Haus kaufen zu wollen und dachte daran, dass ich als allererstes die hässlichen Stillleben entsorgen würde, ehe ich mich an die Renovierungsarbeiten machte.

Einige Wochen später, als ich mein Vorhaben in die Tat umsetzen wollte, hielt mich meine beste Freundin, die in einer Kunstgalerie arbeitete, glücklicherweise davon ab: Sie erkannte, dass die Bilder von einem mir unbekannten Künstler waren und vermutlich ein kleines Vermögen wert waren. Da ich es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren konnte, die ehemalige Eigentümerin in Unkenntnis zu lassen, rief ich im Pflegeheim an. Mir wurde mitgeteilt, dass die alte Dame mittlerweile gestorben war und es keine lebenden Verwandten gab. Somit war ich nicht nur Besitzerin eines schmucken Hauses, sondern auch von Bildern, durch die ich mir erstmal in finanzieller Sicht keine Sorgen mehr machen musste.