Archive for September, 2012

Die Pillendame

“Warum sind denn meine Pillen immer noch nicht da?” fragt die Oma aufgeregt ihren Apotheker am Telefon! Er antwortet, das Rezept sei noch nicht angekommen, sie solle sich doch bitte an ihren Arzt wenden. “Nein, so einen Pfusch hätte es damals noch nicht gegeben!” regt sie sich auf! Schließlich ruft sie beim Doktor an, der ihr wiederum in aller Ruhe mitteilt, das Rezept wäre nicht verloren gegangen, stattdessen ruhe es warm und trocken auf seinem Schreibtisch.

“Ob Sie sich nun die Heizung aufdrehen, damit es bei Ihnen warm und trocken ist, interessiert mich einen feuchten Kehricht! Können Sie mir nicht etwas zuverlässiger meine lebenswichtigen Medikamente zukommen lassen?” beschwert sie sich. Eine halbe Stunde lang muss sich der arme Doktor das Wehklagen dieser armen, alten Dame anhören, dann legt sie endlich auf!

Am Ende des anstrengenden Arbeitstages hat er zwar nur die Hälfte seiner Patienten versorgen können, weil alle Weile jemand angerufen hat, der mit dem Herrn Doktor etwas sehr Wichtiges besprechen hatte müssen, dennoch weiß er: Das ist eben sein normaler Alltag! Natürlich hätte er sich gleichwohl einen stressfreieren Job aussuchen können, aber wäre es dann noch dasselbe für ihn? – Ein Arzt ist man nunmal, weil man dazu geboren wird!

Derweil schnaubt sich die alte Dame zu Hause ihre Nase. Ihr liebstes Hobby ist das Pillensortieren! Eine grüne Pille, eine rote Pille, eine längliche, schwarze Kapsel, ein ovales, gelbes Ding usw., ob sie mit dieser Sammlung nicht vielleicht wohl ein kleines Pillenmuseum eröffnen könnte?

Ihr Mann kommt endlich aus der Kneipe nach Hause. “Herbert, wo warst Du wieder so lange? Hast Du etwa eine Liebschaft?” tönt sie grimmig! Er verzieht das Gesicht, als ob er einen Albtraum hätte, reibt sich die Augen, doch diese Kommandeurin ist tatsächlich seine Ehefrau. Was soll er also tun?

“Jo, Ella, ich hab’ Dir auch eine Schachtel von Deinen Lieblingspillen mitgebracht!” antwortet er ruhig und besonnen. “Ja wirklich, die lila-gelben? Du bist der Beste!” ruft sie ihm zu und umarmt ihn! Jetzt atmet er wieder auf: Ja, er weiß eben, wie er seine Frau besänftigt … .

Nun können beide beruhigt den Rest des Abends vor dem Fernseher verbringen! Ob der Mörder im Film wohl wieder der Gärtner ist?

Gold liegt auf der Straße!

Der sogenannte goldene Oktober erstrahlt in voller Pracht, wenn die meisten Blätter schon ihr saftiges Grün verloren haben, der Himmel klar ist und die Sonne romantisch durch das gelbliche Herbstlaub hindurchscheint!

Draußen ist es nicht mehr warm, doch eisig würde man es ebensowenig nennen, es ist eben die Ankündigung, dass das Jahr sich bald dem Ende entgegenneigt, aber warum verfärben sich eigentlich die Blätter im Herbst?

Der in den meisten Blättern vorhandene grüne Farbstoff wandelt sich gen Herbst langsam um in andere Abbauprodukte, während der jeweilige Baum den Abwurf seiner Blätter vorbereitet! Nachdem die alten Blätter abgestorben sind, fallen sie schließlich herab auf den Boden.

Millionen von Blättern verschiedenster Baumarten tummeln sich daher traditionellerweise im Herbst auf den Gehwegen und Straßen: einfach ein toller Anblick! Na ja, zumindest, bis das Blattwerk weggeräumt wird, besteht diese traumhafte Herbststimmung dann.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland gibt es solch farbenfrohe Blätter zu sehen: Ein besonders beliebtes Ereignis ist zum Beispiel der Indian Summer in Amerika! Überall auf der Welt, wo es Laubbäume gibt, da kommt bestimmt auf die eine oder andere Weise ein bezauberndes Herbstgefühl auf, nur was nützt der Herbst, wenn man sich schlichtweg nicht die Zeit nimmt, an der frischen Luft genügend spazieren zu gehen?

Gerade an schönen Sonnentagen lohnt es sich dabei besonders, den Herbst von seiner besten Seite zu genießen! Hier kommt es sicherlich weniger auf stundenlanges Marathontraining denn auf die Regelmäßigkeit des Gehens an. Die frische, klare Herbstluft durchströmt den Körper, die zarten Sonnenstrahlen wärmen zwar nicht mehr wirklich, dennoch spenden sie der Stimmung Frohsinn, so ist es quasi eine Art natürliche Lichttherapie!

Selbst das Laufen auf nassem Laub muss bei richtigem Schuhwerk nicht unbedingt zum Ausrutschen führen. Es gibt also gar keinen Grund, bei strahlendem Wetter im Herbst einfach drinnen zu bleiben!

Wanzen tanzen?

“Igitt! Eine Kakerlake!” schreit Herr Münch laut auf! Das Hotel war ja wirklich ein echtes Schnäppchen gewesen, doch musste das denn unbedingt Kakerlaken im Bett bedeuten? Wild tobt er umher, versucht hastig, das Tier zu erledigen, aber es krabbelt so flinkt fort, dass er sich letztlich der Kakerlake geschlagen geben muss, als sie plötzlich in einem Holzspalt verschwindet!

Gewiss entscheidet der Preis eines Hotelzimmers im Allgemeinen nicht darüber, wie sauber es dort tatsächlich zugeht, jedoch manchmal trifft es leider einfach zu: Hin und wieder ist eben ein übermäßig günstiges Zimmer nicht bloß so billig, weil gerade kaum Gäste anwesend sind, sondern bedauerlicherweise wirklich wegen gravierender Mängel im Hotel, wie zum Beispiel Kakerlaken in den Zimmern!

Ein sauberes Zimmer erkennt man zumeist auf den ersten Blick, wohl aber nicht immer. So können mitunter neben Kakerlaken, welche noch am ehesten zu sehen sein dürften, ebenfalls Flöhe oder Bettwanken ihr Unwesen in fremden Betten treiben!

Zum Glück ist längst nicht jedes Sonderangebot an Hotelzimmern gleich verwanzt! Zu früheren Zeiten bekam der Reisende in Ostgebieten sowieso eine ganz andere Art von Wanzen mit ins Zimmer, und das ganz ohne Krabbeltiere … .

Jenen Schmarotzern, den elektrischen Wanzen nämlich, wurde, wie jeder weiß, mit dem Ende des Ostblocks quasi der Gar ausgemacht! Heutzutage schicken sich dennoch einige Leute, in Nostalgie schwälgend, dazu an, den Ostblock mit Blockschokolade zu verwechseln, jedoch, wie kann man diese ganze Sache nur süß finden?

Nun, so kommen die Liebhaber der alten Zeit gerne auf die Idee, mit den alten, schadhaften Ideen, besonders bezüglich moderner elektrischer Plagegeister, weiterhin zu liebäugeln!

Egal, wo Kakerlaken, Wanzen und dergleichen sich verstecken mögen, ins Hotelzimmer gehören sie ganz bestimmt nicht, genauso wenig wie in Wohnräume jedweder Art! Wissen diese Tierchen etwa nicht, dass der Mensch gleichfalls sein Plaisirchen braucht, und zwar gänzlich ohne Ungeziefer?

Die Sonne geht auf. Ein klitzekleiner Sonnenstrahl kitzelt die Nase von Katy. Noch schläft sie, doch einen Augenblick später niest sie plötzlich laut los und wird von ihrem eigenen Nieser abrupt geweckt! Während sich ihr Kopf vom schnellen Wachwerden dreht, merkt sie langsam, dass sie in Wirklichkeit gar nicht zu Hause ist, sondern im Urlaub, Tausende von Kilometern weit weg von Hektik, Stress und Lärm. Da fängt sie an, zu lächeln!

Der paradisische kleine Ort in der Südsee, umringt von blauem Wasser, sauberen Sandstränden und Kokosnusspalmen war ihr von einem neuen Mitarbeiter im örtlichen Reisebüro empfohlen worden: “Dort war ich letztes Jahr, und Sie können mir glauben, da haben Sie völlige Ruhe, weil es einfach keinen Massentourismus in dieser Gegend gibt!”.

Natürlich hat ihr Handy vor Ort keinen Enpfang, Strom gibt es nur stundenweise, und der nächste PC ist kilometerweit entfernt, aber gäbe es all jene technischen Spielereien hier, wie sonst überall auch, wer würde sich dann an diesem Ort überhaupt richtig erholen können?

Der klasische Urlauber jedenfalls würde sich hier nicht recht wohlfühlen: kein Kühlschrank, dafür nur frisches Essen, keine Klimaanlage, dafür Hütten aus leichtem Schilf usw. … . Luxus ist das nicht, dafür jedoch Entspannung pur: Die Last, immer und überall erreichbar zu sein, existiert hier schlicht und einfach nicht!

Die Frage, die sich Katy am Ende ihres Urlaubs wohl stellen wird, lautet: “Warum muss ich überhaupt wieder zurück ins strenge und stressige Deutschland?”. Die Antwort darauf ist hingegen simpel: In Deutschland verdient sie so viel, dass sie theorethisch jedes Jahr zweimal in den Urlaub fahren könnte, wenn nur ihr Chef das zuließe! Daher heißt es nunmal: In Deutschland arbeiten und einmal im Jahr versuchen, dem Stress zu entfliehen.

Die Einwohner dieses kleinen Dorfes in der Südsee wohnen zwar sprichwörtlich im Paradies, Urlaub in ferne Länder werden sie sich, mit Ausnahme des Bürgermeisters, welchem fast alle Feriendomizile hier auf der Insel gehören, wohl aber nie leisten können!