Archive for August, 2011

Intelligente Häuser

Wenn man sich den aktuellen Bautrend anschaut, könnte man meinen, dass die Technik bereits die Oberhand über uns gewonnen hat. „Häuser die Mitdenken“ werden immer beliebter. Und dabei wird sich nicht mehr nur auf das leidige Thema Strom sparen und effektiv heizen konzentriert. Die Zukunft beginnt hier bereits an der Haustür. Denn diese wird mit Hilfe des Fingerabdruckes und einer Kamera geöffnet. Diese Häuser sollen vor allen Dingen das Leben der Bewohner erleichtern und sicherer machen.

Und auch der Kühlschrank meldet sich, wenn Lebensmittel alle sind oder das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten wurde. Fenster dunkeln sich automatisch ab, die Rollläden schließen zur abgespeicherten Zeit. In Japan haben einige Firmen Toiletten installiert, die automatisch einen Drogentest vornehmen. Eine Sache, die vielleicht nicht im privaten Haushalt zur Installation kommen wird.

Doch viele Bauherren haben auch Angst vor der neuen Technikmacht. Sie möchten nicht, dass ihre Kaffeemaschine automatisch den Kaffee kocht, die Wäsche trocknet, während man auf dem Sofa liegt und sich die Heizung ausschaltet, wenn man ein Fenster öffnet. Dabei sind es genau die Dinge, die dabei helfen können, noch mehr Strom zu sparen und die natürlichen Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Und sind wir mal ehrlich. Eigentlich ist in jedem Haushalt bereits heute schon so viel Technik, dass man auch ohne intelligentes Haus von einer Übermacht der Technik sprechen kann. Der Herd hat eine Zeitschaltuhr, die Kaffee- und Waschmaschine kann programmiert werden…

Moderne Immobilien

Der Begriff der “modernen Immobilie” ist mit einem Definitionsproblem behaftet:

Versteht man unter einer modernen Immobilie ein zwar klimafreundliches, dafür aber scheußliches Zweckgebäude? – Nicht überall: Berliner Makler werden derzeit nicht müde, bruchreife Häuser in schlecht beleumundeten Stadtteilen als absolut modern anzupreisen, da Galerien und Werbeagenturen dort Fuß gefasst haben und die indigene Bevölkerung zu verdrängen beginnen, was zwar nicht zu einer Sanierung der Gebäude, immerhin aber zu einer Erhöhung der Mieten führt.
Modern kann also auch einfach nur bedeuten, in angeblich künstlerischer Umgebung viel zu teuer zu leben.

Ebenfalls als modern gilt es, in einem sogenannten Loft zu leben. Kaum ein Prominenter verzichtet in einer Home-Story darauf, permanent die Vorzüge seines oder ihres Lofts hervorzuheben: Wie kreativ dieses herrliche Umfeld doch sei und wie sehr man vor Allem als Seriendarsteller im Vorabendprogramm diese hohen Decken doch brauche, um so richtig kreativ zu sein. Modern = Loft = Anders = Kreativ = Erfolgreich, scheint die Formel ins Fernsehglück zu sein.

Der Verfasser dieser Zeilen lebt seit einiger Zeit ebenfalls in einem Loft, allerdings nicht, um Schauspieler zu werden, sondern weil es einfach geräumig und günstig ist. Als modern möchte ich es indes nicht bezeichnen, wenn man die Heizkosten kaum bezahlen kann und bei jedem stärkeren Regenguss der Fernsehempfang nebst Telefon und Internet zusammenbricht. Persönlich ziehe ich es einem scheußlichen emissionsarmen Neubau zwar vor, aber die Entscheidung liegt bei Ihnen selbst, lieber Leser und liebe Leserin. Nur von Berlin Kreuzberg würde ich eher abraten.